Sonntag, 15. Juli 2012

Die Aktion Schredder geht weiter

www.website-marketing24.comDie Aktion Schredder geht weiter:
Sachsens Inlandsgeheimdienst “Verfassungsschutz” hat den nächsten Skandal in Sachen NSU geliefert. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung haben Mitarbeiter des Geheimdienstes hochbrisante Akten zum Fall der Rechtsterroristen vernichtet.
Diese Schredder-Aktion sei erst nach dem Auffliegen des Terror-Trios Anfang November 2011 erfolgt, hieß es dem Blatt zufolge aus Sicherheitskreisen in Dresden. Betroffen seien zwei Akten-Komplexe.
Offenbar ein derzeit wichtiges Gerät beim "Verfassungsschutz": Reißwolf
Offenbar ein derzeit wichtiges Gerät beim “Verfassungsschutz”: Reißwolf
Nach LVZ-Informationen ist die Schredder-Aktion vor wenigen Tagen bei internen Kontrollen aufgefallen. Anlass dürfte ein Fragenkatalog zur Aktenvernichtung gewesen sein, den Kerstin Köditz (Linke) bei der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) eingereicht hatte. Das Thema stand ursprünglich auch auf der Tagesordnung der jüngsten PKK-Sitzung, wurde dann aber vertagt. Die LVZ meint zu der Sache: “Mit der neuen Akten-Panne dürfte sich der Druck sowohl auf den Geheimdienst wie auf Innenminister Markus Ulbig (CDU) weiter erhöhen.”
Ob es sich aber um eine Panne handelt, darf bezweifelt werden, denn es erscheint wenig wahrscheinlich, dass zufälligerweise die Geheimakten zum NSU zufälligerweise kurz nach dem Bekanntwerden der rassistischen Terrorserie vernichtet wurden.
Schredder zur Aktenvernichtung kommen meist im Büroumfeld zum Einsatz, im Speziellen in Bereichen, die mit sensiblen Daten auf Papierbasis zu tun haben. Ein Schredder zur Aktenvernichtung arbeitet regelmäßig nach folgenden Schemata: Entweder wird das eingeführte Papier längs zur Einlegerichtung in feine Streifen geschnitten, oder die eingeführten Dokumente werden längs und quer geschnitten (Cross-Cut), wobei je nach Abstand der Messer sehr kleine Fragmente entstehen können, die praktisch nicht mehr zusammenzusetzen sind. Im Umfeld professioneller Aktenvernichter kommen jedoch auch große Schredderanlagen zum Einsatz, in die gefüllte Aktenordner gegeben werden können, die dann durch ein starkes, mechanisches Mahlwerk vernichtet werden. Dieses Vorgehen hat allerdings den Nachteil, dass das zerkleinerte Papier mit Metall und Plastik verunreinigt ist und somit schwieriger zu recyceln ist. (Quelle: Wikipedia)
Erst am Mittwoch war öffentlich geworden, dass ein Mitarbeiter des Geheimdienstes widerrechtlich Akten gehortet hatte. Verfassungsschutz-Präsident Reinhard Boos hatte daraufhin seinen Chefposten zur Verfügung gestellt. Auf Ministerebene hat es hingegen bislang keine Konsequenzen gegeben.
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